Die Suche nach einem freien Arzttermin treibt viele Patientinnen und Patienten in Deutschland zur Verzweiflung. Nun schlagen die gesetzlichen Krankenkassen eine digitale Lösung vor: ein einheitliches Portal, das freie Termine bündelt und über Apps buchbar macht.
Doch während die Idee nach Effizienz klingt, gibt es technische, organisatorische und ethische Fragen. In diesem Beitrag erfahren Sie:
✅ Wie das Portal funktionieren soll
✅ Welche Vorteile es bietet
✅ Welche Kritikpunkte Experten äußern
✅ Welche Sicherheits- und Datenschutzaspekte relevant sind
Warum ein zentrales Terminportal?
Laut GKV-Spitzenverband soll die Terminbuchung künftig so einfach sein wie Online-Shopping:
- Freie Termine melden: Praxen sollen verfügbare Slots anteilig an eine unabhängige Plattform übermitteln.
- Buchung per App: Versicherte können über ihre Krankenkassen-App direkt Termine buchen.
- Digitale Ersteinschätzung: Patienten geben Symptome ein und erhalten Empfehlungen – vom Hausarzttermin bis zur Notaufnahme.
Ziel: Entlastung der Notaufnahmen und schnellere Versorgung durch digitale Steuerung.
Vorteile der digitalen Lösung
- Transparenz: Einheitliche Übersicht über freie Termine.
- Effizienz: Weniger Telefonwarteschlangen, schnellere Terminvergabe.
- Dringlichkeitsprinzip: Digitale Überweisung ermöglicht Priorisierung nach medizinischer Notwendigkeit statt Versicherungsstatus.
Kritik und Bedenken
Patientenschützer Eugen Brysch warnt vor Übersteuerung:
„Der Vorschlag der Krankenkassen ist an Selbstüberschätzung nicht zu überbieten. Er fußt auf der Überzeugung, dass Praxen, Krankenhäuser und Patientinnen und Patienten umfassend digital gesteuert werden können.“
Kritikpunkte:
- Technische Komplexität: Integration aller Praxen und Kliniken ist anspruchsvoll.
- Datenschutz: Zentrale Plattformen bergen Risiken für sensible Gesundheitsdaten.
- Autonomie: Ärztliche Entscheidungsfreiheit könnte eingeschränkt werden.
Sicherheits- und Datenschutzaspekte
Ein zentrales Portal muss höchsten Standards genügen:
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Patientendaten.
- Strenge Zugriffskontrollen für Praxen und Versicherungen.
- DSGVO-Konformität bei Speicherung und Verarbeitung.
- Audit-Logs zur Nachvollziehbarkeit aller Buchungen.
Fazit
Die Idee eines einheitlichen Arzttermin-Portals verspricht Komfort und Effizienz – doch sie wirft Fragen zu Datenschutz, technischer Umsetzung und Steuerungshoheit auf. Ob sich das Modell durchsetzt, hängt von der Balance zwischen digitaler Innovation und Patientenrechten ab.